Unterrichtsentwürfe
1. UE in Textilgestaltung
2. UE in Textilgestaltung und Begründungszusammenhang
3. UE in Textilgestaltung und Begründungszusammenhang
4. UE in Textilgestaltung gekoppelt! und Begründungszusammenhang
5. UE in Textilgestaltung gekoppelt! und Begründungszusammenhang
1. UE in Lernbehindertenpädagogik
2. UE in Lernbehindertenpädagogik
3. UE in Lernbehindertenpädagogik gekoppelt! und Begründungszusammenhang
4. UE in Lernbehindertenpädagogik gekoppelt! und Begründungszusammenhang
5. UE in Lernbehindertenpädagogik und Begründungszusammenhang
1. UE im Hauptseminar
2. UE im Hauptseminar gekoppelt! und Begründungszusammenhang
3. UE im Hauptseminar gekoppelt! und Begründungszusammenhang
1. Unterrichtsentwurf zur zweiten Staatsprüfung und Begründungszusammenhang
2. Unterrichtsentwurf zur zweiten Staatsprüfung und Begründungszusammenhang
Begründungszusammenhang zur Unterrichtsplanung zum 2. Besuch in Textilgestaltung
Thema
Richtlinien: S.12 Lernstufe 1-4 Textiles Material -> Fasern und Garne ->die elementaren Verarbeitungsverfahren und Zweckbestimmungen Garne u.a. binden, schleifen, knoten, wickeln, flechten, schlingen, …. Aktueller Anlass: die Schüler können ihre Scoubidoubänder flechten, Mädchen können sich ihre Haare flechten Zukunft: Bäcker müssen Hefezöpfe flechten, Eltern können ihren Mädchen die Haare flechten Ein Gegenstand wird erst beendet, bevor das nächste Teil des Bildes bearbeitet wird (didaktische Reduktion)
Ziele
- Die Schüler müssen die Reihenfolge der Arbeitschritte einhalten, um das Ziel zu erreichen
- Schüler müssen genau lesen, um das Ergebnis zu erreichen
- Die Schüler sehen im Einstieg schon, was das Ziel der Stunde ist, somit können sie auch bei flüchtigem Lesen das Ziel erreichen
- Die Schüler sollen angehalten werden, selbstständiger zu werden
Lernvoraussetzungen
- die Schüler haben im Textilen kaum Vorkenntnisse, deshalb führe ich die Grundtechniken nacheinander ein
- Feinmotorik, Materialgefühl, Handlungsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit werden mit dieser Reihe gefördert
- Motivation ist im Textilunterricht relativ hoch, da die Schüler öfters eine positive Rückmeldung erhalten
- ihr Sozialverhalten wird ebenfalls verbessert, da sie sich gegenseitig helfen
Methode
- Handlungsorientierter Unterricht fördert die Lernorganisation
- Einzelarbeit wichtig für die Einhaltung der Arbeitsschritte
- Namensschilder dienen den Schülern als Hilfestellung, wo sie sich gerade befinden
- die Schüler können ihrem Tempo entsprechend arbeiten
- Arbeitsschritte hängen an der Tafel als visuelle Verstärkung, somit wissen die Schüler immer, was sie als nächsten Schritt machen sollen
- Textil praktisches Arbeiten fördert die Einhaltung der Arbeitsschritte, da die Schüler das Ergebnis sehen
Begründungszusammenhang zur Unterrichtsplanung zum 3. Besuch in Textilgestaltung
Thema
Richtlinien S.22 Lernstufe 5 Die Wirkungen der Farben an Textilien -> das Herstellen textiler Strukturen -> das Weben -> Weben mit verschiedenen Materialien Anlass: Schüler haben sehr unterschiedliche LV, Weben haben einige schon gemacht ebenso die anderen Techniken, aber noch nie mit so verschiedenem Material Didaktische Reduktion: Webrahmen war vorhanden, nur eine Technik pro UE Weben ist eine der ältesten textilen Techniken und stellt für Kinder einen Anreiz dar, weil das Entstehen einer Fläche sehr nahe nachvollzogen werden kann. Palette von Gestaltungsmöglichkeiten im Material, Farben
Lernvoraussetzungen
- Sehr unterschiedliche LV, einige Schüler haben durchgehend TX gehabt, andre noch nie oder nur sehr sporadisch
- Schüler fast alle motiviert, X. mag Textil nicht, arbeitet aber mit, S. ist ein schwer zu motivierender Schüler, der sich nie anstrengen möchte, B. ist ebenfalls schwer zu motivieren, man muss ihm einen klaren Arbeitsauftrag geben und ihn immer wieder daran erinnern, F. eher Einzelgänger, deshalb in der Gruppe mit S., die ein gutes Sozialverhalten hat, T. vergisst oft sein Ziel, muss immer wieder daran erinnert werden
- Gruppenarbeit war nicht als Sozialform
Ziele
- Stärkung des kooperativen Handelns durch die Gruppenarbeit (Arbeit gleichmäßig verteilen, sich gegenseitig helfen, Absprachen treffen und einhalten, Entscheidungen treffen)
- Vertiefung der acht Techniken oder sogar Anbahnung der Technik
- Feinmotorik, Materialgefühl
- Schüler sollen beim sammeln des Materials feststellen welche Struktur und Farbe das Material hat und für welche Technik es geeignet ist
- Verschiedene Materialien zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen
- Schüler sollen lernen einen Webrahmen zu bespannen
- Leinwandbildung als Möglichkeit der Gewebebildung wiederholen oder kennen lernen
Methode
- Großer Webrahmen eignet sich zur Gruppenarbeit, mindestens können zwei gleichzeitig weben, während die anderen das Material mit der Technik bearbeiten
- Anbahnung der Gruppenarbeit durch das Herstellen des gemeinsamen Bildes, erst in Einzelarbeit das Bild zu einem der Elemente malen, dann alle Bilder zu dem Element zerschneiden und zu einem gemeinsamen Bild zusammensetzen
- durch die verschiedenen Techniken können die Materialien sehr kreativ verwendet werden
- Ergebnissicherung dient den Schülern als Anregungspool für ihre Arbeiten
- Handlungsorientierter Unterricht fördert die Selbstständigkeit -> schnell eine positive Rückmeldung
- Visualisierung der Techniken und Gruppennamen an der Tafel dienen den Schülern als Gedächtnisstütze
- Kettfäden sind sehr strapazierfähig
Begründungszusammenhang zur Unterrichtsplanung zum 4. Besuch in Textilgestaltung und 4. in Lernbehindertenpädagogik
Zielschwerpunkt im Fach:
Analyse und Definition
Teilkompetenzen
Begründung
¨ gegenwärtige Bedeutung Die Schüler wollen einen Turnbeutel herstellen und ihn durch Marmorieren verziehen.
¨ zukünftige Bedeutung Die Schüler sollen mit Marmorieren ein einfaches Verfahren kennenlernen, um schnell und leicht Papiere, Stoffe, Gegenstände zu verschönern.
Richtlinienbezug
Lernstufe 5 Das Gliedern einer textilen Fläche – Drucken auf Stoff
Didaktische Reduktion
einfache Muster ausgewählt auf Papier, dann auf Stoff, dann auf Gegenstände
Zielschwerpunkt im Förderbereich
Analyse und Definition
- Selbstständigkeit ist zentrale Aufgabe von Schule Þ KLIPPERT: Selbstständigkeit durch Selbsttätigkeit fordern und fördern
- Folge: Erlangen der Methodenkompetenz ist wichtig, um Hilfen zunehmen abzubauen und so selbsttätig zu werden Þ Selbsttätigkeit als Mittel zu Selbstständigkeit (Meyer)
- Selbstständigkeit ist „ein Verhalten, bei dem die handelnde Person kaum oder nur in geringem Maße auf die Hilfe anderer angewiesen ist...“ (Ziechmann, 1988)
Teilkompetenzen
SCHIMPKE unterscheidet 4 Teilkompetenzen der Selbstständigkeit:
- Selbstständige Zielentnahme/Methodenantizipation: Erfassen und Strukturieren einzelner Handlungsschritte
- Methodenkompetenz : das selbstständige Ausführen von Handlungsschritten sowie die Orientierung mittels Orientierungshilfen
- soziale, emotionale Kompetenz: umfasst die Einforderung notwendiger Hilfen sowie die Fertigstellung einer Aufgabe
- Reflexionsfähigkeit als Selbstständigkeit, ermöglicht es, das Erreichen eines Ziels zu überprüfen und die eigene Arbeit wertschätzend zu betrachten
- Grenzen sind fließend, d.h. Förderung einer einzelnen Teilkompetenz kann nur schwer erfolgen
- Aber Schwerpunktsetzungen sind möglich: Schüler sollen ihre Methodenkompetenz erweitern indem sie selbstständig Arbeitsschritte erfassen, strukturieren und ausführen
Begründung
- bekannte Unterrichtsformen des offenen Unterrichts (z.B. Wochenplan) ermöglichen Sch. bereits selbstständiges Arbeiten; aber: die Arbeitsschritte einer Arbeitsanweisung wurden oft nicht richtig erfasst und ausgeführt
- Strategien zum Umgang mit Arbeitsanweisungen führen zu einem genaueren Erfassen und vermindern Notwendigkeit der Hilfestellung durch den Lehrer
¨ gegenwärtige Bedeutung
- für schulisches Lernen ist selbstständiges Arbeiten eine wesentliche Arbeitsform
- es entwickelt sich eine Bereitschaft zum eigenständigen und eigenverantwortlichen Lernen und Handeln Þ macht Schüler unabhängiger von Hilfen des Lehrers, stärkt das Selbstbewusstsein und kann sich positiv auf das Klassenklima auswirken
¨ zukünftige Bedeutung
- größtmögliche Selbstständigkeit als Voraussetzung zur Lebensbewältigung und Aufnahme einer Arbeitstätigkeit
Richtlinienbezug:
- Selbstständigkeit ist oberstes Ziel der SfLb Þ nur möglich, wenn Anreiz für Selbstbetätigung der Sch. vorhanden ist
Zusammenhang zwischen fachlichem Inhalt und FöB im Förderschwerpunkt
Methodische Entscheidungen
Einstieg:
Motivation durch Marmorierpapier Einstimmung auf das Thema durch Muster Stummer Impuls Þ eigenständiges Erfassen des Stundenthemas/Zieltransparenz
Erarbeitung:
einzelheitliches Durchspielen der Arbeitsaufträge als Ziel- und Prozesstransparenz, Schülern soll Aufgabenstellung deutlich sein Abharken als eine Möglichkeit zur Orientierung bei der Durchführung
Durchführung:
Bereitstellung einiger Materialien an den Arbeitstischen um Konflikte zu vermeiden und Zeit zu sparen Abharken als eine Möglichkeit zur Orientierung
Reflexion:
Abharken zur Visualisierung der eigenen Leistung/Kontrolle Einhaltung der Reihenfolge
Übergeordnete methodische Entscheidungen
Gruppenarbeit: Gruppenzusammenstellung zufällig Hilfestellung durch Gruppenmitglieder, Sicherheit Sozialformwechsel zur Förderung der Aufmerksamkeit
Begründungszusammenhang zur Unterrichtsplanung zum 5. Besuch in Textilgestaltung und 3. Besuch im Hauptseminar
MBZ für den fünften Besuch im Fach und den dritten Besuch im Hauptseminar
Zielschwerpunkt im Fach
Analyse und Definition
Als Nähen im eigentlichen Sinn bezeichnet man das Verbinden zweier Stoffteile durch eine Naht. Im handwerklichen Sinne geschieht diese Tätigkeit mit einer Nähnadel mit nur einem Faden oder auf einer Nähmaschine mit zwei Fäden als Ober- und Unterfaden. Es gibt verschiedene Stiche (Vorstich, doppelter Vorstich, Rückstich, Steppstich, überwendlicher Stich, Schlingstich). Der Vorstich und der Rückstich sind die am leichtesten zu erlernen Stiche. Sie können sowohl als Nutzstiche wie auch als Zierstiche verwendet werden. Der überwendliche Stich dient ebenfalls dazu, zwei Stoffstücke miteinander zu verbinden, um Löcher zu verschließen, Stoffkanten gegen Ausfransen zu sichern ("versäubern") oder (mit andersfarbigem Faden) dekorativ Säume zu umsticken.
Begründung
Die Schüler haben in der letzten Reihe marmoriert. Zum Schluss der Reihe wurden Stoffstücke marmoriert. Die Stoffstücke sollten nicht nur marmoriert werden, sondern auch weiterverarbeitet werden. Den Schülern wurden verschiedene Vorschläge unterbreitet. Sie haben sich dann fürs Nähen entschieden. Nun folgte noch die Entscheidung über den zu nähenden Gegenstand. Dies wurde das Kissen. Da die Schüler im Nähen noch keine Vorerfahrungen erlangen konnten, ist ein relativ einfacher Stich (Vor- und Rückstich) gewählt worden, um den Schülern das Nähen zu veranschaulichen. Zum Zusammennähen nach dem Füllen des Kissens ist der überwendliche Stich gewählt worden, da dieser geeignet ist, zwei Stoffstücke miteinander zu verbinden, ohne das die naht sehr auffällt. gegenwärtige Bedeutung und zukünftige Bedeutung Die Schüler sollen ein Kissen herstellen aus den marmorierten Stoffstücken. Sie sollen Stiche kennen lernen, mit denen man auf einfache Weise Stoffstücke verbinden kann. So können die Schüler im Handnähen eine gewisse Sicherheit erlangen. Die Schüler sollen das Nähen lernen, damit sie zu Hause Gebrauchsgegenstände, die Löcher haben, nähen können. Sie sollen aber auch ihre eigene Kleidung, falls diese kaputt ist, nähen können. Ebenso können sie sich neue Gebrauchsgegenstände nähen aus alten Stoffstücken.
Richtlinienbezug
Lernstufe 5 Die Naht-, …… stiche Nähstiche unterscheiden und systematisieren
Didaktische Reduktion
- in jeder Einheit wird nur ein Stich geübt.
- Die Nadelgröße variiert, sie wird immer kleiner im Laufe der Reihe, ebenso werden die Einstichstellen immer näher beieinander liegen.
- Die zu nähenden Gegenstände sind erst nicht biegsam, so dass die Schüler sich nur aufs Nähen konzentrieren können. Erst beim Stoff müssen aufpassen, dass sie nicht zu stark ziehen, und der Stoff sich kräuseln wird.
Zielschwerpunkt im Förderbereich
Analyse und Definition
- Selbstständigkeit ist zentrale Aufgabe von Schule Þ KLIPPERT: Selbstständigkeit durch Selbsttätigkeit fordern und fördern
- Folge: Erlangen der Methodenkompetenz ist wichtig, um Hilfen zunehmend abzubauen und so selbsttätig zu werden Þ Selbsttätigkeit als Mittel zur Selbstständigkeit (Meyer)
- Selbstständigkeit ist „ein Verhalten, bei dem die handelnde Person kaum oder nur in geringem Maße auf die Hilfe anderer angewiesen ist...“ (Ziechmann, 1988)
Teilkompetenzen
SCHIMPKE unterscheidet 4 Teilkompetenzen der Selbstständigkeit:
- Selbstständige Zielentnahme/Methodenantizipation: Erfassen und Strukturieren einzelner Handlungsschritte
- Methodenkompetenz : das selbstständige Ausführen von Handlungsschritten sowie die Orientierung mittels Orientierungshilfen
- soziale, emotionale Kompetenz: umfasst die Einforderung notwendiger Hilfen sowie die Fertigstellung einer Aufgabe
- Reflexionsfähigkeit als Selbstständigkeit, ermöglicht es, das Erreichen eines Ziels zu überprüfen und die eigene Arbeit wertschätzend zu betrachten
- Grenzen sind fließend, d.h. Förderung einer einzelnen Teilkompetenz kann nur schwer erfolgen
- Aber Schwerpunktsetzungen sind möglich: Schüler sollen ihre Methodenkompetenz erweitern indem sie selbstständig Arbeitsschritte erfassen, strukturieren und ausführen und nur bei Bedarf Hilfe einfordern.
Begründung
- Der Hilfebedarf der Schüler wird von vielen nicht realisiert. Die Schüler fordern zu schnell die Hilfe des Lehrers ein.
- In der vorherigen Reihe sind Arbeitsaufträge verinnerlicht worden. Diese Reihe baut nun die Selbstständigkeit der Schüler weiter aus, indem die Schüler lernen sollen, wann die Einforderung von Hilfe notwendig wird und ob diese dann selbstständig, vom Lehrer oder vom Mitschüler einzuholen ist.
- Durch das Hilfeplakat sollen die Schüler leise Hilfe einfordern lernen, damit die Mitschüler ungestört weiterarbeiten können.
- Die Schüler sollen die Hilfe in folgender Reihenfolge erlangen. 1. Selbsthilfe, 2. Mitschüler, 3. Hilfeplakat. Dabei sollen sie im Laufe der Reihe feststellen, ob der Hilfebedarf auch wirklich realisiert worden ist. Da viele Schüler die Hilfe noch nicht adäquat realisieren.
gegenwärtige Bedeutung
- “Nichts motiviert mehr zum Weiterlernen als Erfolg” (Claussen). Falls die Fähigkeit, schriftliche Aufgaben strukturiert zu bearbeiten, erlangt wird, erhöht sich auch die Qualität der Arbeitsergebnisse. Weiterhin steigt das Selbstwertgefühl und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Dies kann wiederum den Schüler aktivieren Neues zu lernen, zu entdecken oder nachzufragen. Er kann effektiver lernen.
- Eine Strategie, die mit verschiedenen Strukturierungshilfen (z. B. Anwendungsschritte beim Hilfeplakat, strukturierte Schritte beim Hilfeangebot ) ausgestattet ist, bietet dem Schüler einen Rahmen, der ihm Sicherheit verleiht.
zukünftige Bedeutung
- größtmögliche Selbstständigkeit als Voraussetzung zur Lebensbewältigung und Aufnahme einer Arbeitstätigkeit
- Jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens seine für ihn persönliche Strategie entwickeln, die ihm dabei hilft, Dinge zu bearbeiten, zu sortieren usw. Die Schüler haben die Möglichkeit, diese ihnen vorgeschlagene Strategie zu übernehmen oder sie eben für sich zu verändern.
- Im Alltag wie auch im weiteren Schulleben können sie qualitativ wie auch quantitativ verbesserte Arbeitsprodukte herstellen bzw. Lernaufgaben bearbeiten.
- Schüler sollen lernen, dass Hilfe holen nicht immer notwendig ist, sondern dass sie es auch selber schaffen können.
Richtlinienbezug
- In der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen wird angestrebt, die Schüler zur Selbstständigkeit und Verantwortung zu führen und damit zu befähigen, sowohl persönliche Belange wahrzunehmen als auch am öffentlichen Leben teilzunehmen.
- Schüler zu handlungsfähigen, selbstständigen und eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu entwicklen (KMK, S.3).
- Durch erfolgreiches Lernen werden das Selbstvertrauen gestärkt und die Anstrengungsbereitschaft angeregt (KMK, S. 6).
Zusammenhang zwischen fachlichem Inhalt und FöB im Förderschwerpunkt
Die Schüler können in diesem Fach zur Selbstständigkeit herangeführt werden, da in Textilgestaltung die die Hilfe durch den Lehrer immer nötig ist. Aber die Schüler sollen diese Hilfe nur einfordern, wenn sie diese nicht selbstständig oder durch die Mitschüler erlangen können.
Methodische Entscheidungen
Einstieg:
Stundenthema durch Lesen des Reihenverlaufs Motivation durch Kissen – Schüler sollen Stundenziel selbstständig erkennen. Erarbeitung:
Selbständige Auseinadersetzung mit den Hilfsmöglichkeiten dient der Verinnerlichung. Selbstständige Erarbeitung durch die Schüler dient dem Selbstbewusstein und der Förderung zur Selbstständigkeit. Vormachen des Nähstichs durch einen Mitschüler dient dazu, dass den Schülern Aufgabenstellung deutlich wird, falls sie diese nicht selbstständig erarbeitet haben. Kriterien das Zusammennähen des Kissens visuell an Tafel für Reflexion Durchführung:
Bereitstellung der beschrifteten Materialtüten, um Konflikte zu vermeiden und Zeit zu sparen Hilfeplakat dient den Schülern als Orientierung, wann sie die Hilfe des Lehrers erhalten werden.
Reflexion:
Kriterien für Zusammennähen des Kissens werden wiederholt Þ jeder Schüler soll überlegen, ob er sie eingehalten hat – Selbstreflexion Schüler sollen sich äußern, ob sie im Laufe der stunde Hilfe benötigt haben und wie sie diese in Anspruch genommen haben und ob die Beschränkung des Hilfeplakats auf zweimal für sinnvoll gehalten wird. Haben sie dadurch häufiger andere Hilfsmöglichkeiten wahrgenommen.
Übergeordnete methodische Entscheidungen
- Medienwechsel in der Erarbeitung dient der Förderung der Aufmerksamkeit.
- Einzelarbeit ist wichtig für die Einhaltung der Arbeitschritte, da die Schüler in unterschiedlichem Tempo arbeiten
- Handlungsorientierter Unterricht fördert die Lernorganisation und Selbständigkeit, da die positive Rückmeldung schnell erfolgt.
Begründungszusammenhang zur Unterrichtsplanung zum 3. Besuch in Lernbehindertenpädagogik und 2. Besuch im Hauptseminar
Zielschwerpunkt im Förderbereich
Regel 5 „Wir sprechen uns ab!“
Analyse des Zielschwerpunktes im FöB
Defintion: „Sozialform des Unterrichts, bei der zwei Teilnehmer gemeinsam an der Lösung einer Aufgabe oder eines Problems arbeiten. Durch die gegenseitige Unterstützung kann Ängsten entgegengewirkt werden, da einige Teilnehmer mit Einzelarbeit das Gefühl von Leistungsdruck, Überforderung und Versagen verbinden. In der Partnerarbeit werden zudem soziales Lernen, Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit unterstützt.“ Bildungsbörsespecial
RLB: Besonderer Förderung bedürfen soziale Fertigkeiten, wie z.B. Aufgeschlossenheit für andere, ... Zusammenarbeit, Kompromissbereitschaft, Vertretung eigener Interessen, Umgang mit Regeln Þ PA besonders geeignet (LV!); weiter: von Beginn an lernen die Schüler gemeinsam zu arbeiten... Ein Unterricht, der durch partnerschaftliche .. Arbeit gekennzeichnet ist, fördert Gesprächsfähigkeit und das kooperative Verhalten Þ PA als erste Stufe hin zu diesem Ziel
KMK: Die Aneignung von Wissen und Können wird durch vielfältige Formen des Übens verstärkt und gesichert. Arbeitsformen wie Gruppenarbeit, Partnerarbeit und Freiarbeit unterstützen diesen Prozess. S.12
Partnerarbeit setzt sich aus vielen Teilkompetenzen zusammen. Hilfe geben und annehmen, gemeinsam entscheiden, zuhören, Absprachen treffen und einhalten, sich abwecheln
Begründung für die Auswahl des Zielschwerpunktes
Gegenwärtige Bedeutung: keine Klassengemeinschaft vorhanden Þ PA als Chance sich kennen zulernen, Empathie füreinander zu entwickeln Þ Stärkung Klassengemeinschaft, denn als Form des sozialen Lernens hilft PA Formen der Kooperation aufzubauen; Fremdperspektive einnehmen; höhere Beteiligungsfrequenz für alle Schüler, nutzt das natürliche Kommunikationsbedürfnis der Schüler
Zukünftige Bedeutung: bereitet auf die Gruppenarbeit vor; Schüler lernen im kleinen mit anderen zusammenzuarbeiten Þ in vielen Berufen wird eine hohe soziale Kompetenz erwartet; Teamfähigkeit; Absprachen treffen und halten; Arbeitsteilung, Abstimmung der eigenen Arbeitsschritte auf die anderer
Ebene des Trägerfaches
- Lernstufe 1-4
- textiles Material -> Fasern und Garne ->1. Aufbau: aus Garnen eine Kordel herstellen
2. elementaren Verarbeitungs- verfahren: beschreiben, wo Kordeln u.a. im täglichen Gerbrauch gebraucht werden
- didaktische Reduktion: mit zwei Fäden Kordeln drehen
- Lernziele: Handgeschicklichkeit, Materialgefühl, Konzentrationsfähigkeit, Nachahmungsfähigkeit
- Fäden ,die lange haltbar sein müssen, w erden zur Kordel gedreht, um die Haltbarkeit eines Fadens zu verstärken (Seil, Tau, Wäscheleine)
Zusammenhang zwischen fachlichem Inhalt und dem FöB bzw. Zielschwerpunkt
- Die Schüler müssen sich absprechen, da sonst keine Kordel entstehen kann, da sie in verschiedene Richtungen drehen müssen. Bei dieser Technik merken sie die Notwendigkeit der Absprache.
- Schüler ergänzen sich in ihren Fertigkeiten
- Schüler sehen sehr schnell ein Ziel, wenn sie an die Regel halten
Methodische Entscheidungen begründen
- Regelplakat an Tafel: Einstiegsmotivation, Visualisierung
- Folie: Fokussierung der Aufmerksamkeit
- Markieren der wichtigsten Punkte für die Schüler als Gedächtnisstütze
- Einsammeln aller Gegenstände: erneute Fokussierung der Aufmerksamkeit
- Kordeln drehen geht in Partnerarbeit viel leichter, die Schüler müssen miteinander reden, da sie sonst das Ziel nicht erreichen können
- Arbeitsblatt in Silben unterteilt zum leichteren Lesen für schwächere Schüler
- kleine Karten mit „ich möchte..“ dienen als Gedächtnisstütze
Übergeordnete methodische Entscheidungen begründen
- Handlungsorientierter Unterricht fördert die Lernorganisation
- Zieldifferenzierung nötig, da Wunsch äußern Teilkompetenz für die Absprache treffen und einhalten ist
- festgelegte Partner, da die einzelnen UE fest aufeinander aufbauen, deshalb ist es wichtig, dass die Partner gleich bleiben
- freie Partnerwahl, da die Beachtung von Sympathien der Schüler untereinander sehr wechselhaft ist, um das Konfliktpotential gering zu halten
Begründungszusammenhang zur 1. unterrichtspraktischen Prüfung
Zielschwerpunkt im Fach
Analyse und Definition
Die Seide prägte über Jahrtausende den Mythos, den Alltag und das Malen mit Farbe und Tusche in China. Über die Seidenstraßen gelangte sie nach Korea, später nach Japan. Bis in unseren Kulturkreis hat sich die Seide ihren Weg gebahnt. Eine ungeheure Vielfalt an Möglichkeiten für die Seidenmalerei hat sich bis heute entwickelt.
Begründung
Die Schüler sollen die Seidenmalerei neben dem Marmorieren als eine weitere faszinierende Gestaltungstechnik kennenlernen, bei der die Farbverläufe ebenfalls unvorhersehbar sind. Sie sollen die aleatorischen Verfahren (Nass-an-Nass-Technik, Salztechnik) mit der Konturentechnik und Nass-auf-Trocken-Technik vergleichen. Das Malen auf Seide fordert von den Schülern Ruhe, Konzentration und Sorgfalt, um zu einem erfolgreichen, effektiven gestalterischen Arbeiten zu gelangen. Die feinmotorisch schwächeren Kinder können bei der Seidenmalerei auch tolle Ergebnisse liefern, da hier ein genaues Ausmalen nicht nötig ist, da die Seidenmalfarben schön fließen. Die Seidenmalerei zeigt eine Art der Freizeitgestaltung auf.
Richtlinienbezug
- S.7
- Im Mittelpunkt des Unterrichts steht die Auseinandersetzung mit dem textilen Material, mit seiner Eigenart, Verwendbarkeit, Gestaltbarkeit und seinen Ausdrucksqualitäten, als dem Material, aus dem der Mensch sich seine Kleidung herstellt und mit dem er seine Wohnung ausstattet.
Didaktische Reduktion
- in jeder Einheit wird nur eine Technik vorgestellt.
- Es wurden Techniken ausgewählt, die von den Kindern leicht zu erlernen sind.
- Es werden nur kleine Seidenstücke bemalt, bis die Kinder sicherer in den Techniken sind, erst dann sollen größere Tücher bemalt werden.
- Die Farben werden in kleinen Mengen angeboten.
- Die Seidenpinsel sind kleine Flächenpinsel, damit die Schüler schnell die Farbe auftragen können, um ein schönes Ergebnis mit den Salzkörnern auf nasser Seide zu erzielen.
- Die Seidenmalrahmen sind zur Zeiteinsparung schon bespannt.
Zielschwerpunkt im Förderbereich
Analyse und Definition
Zielschwerpunkt im Förderbereich
Soziabilität Þ Kooperationsfähigkeit Þ kooperatives Handeln / Interagieren Þ Verantwortung für den Anderen übernehmen Þ Hilfe geben, Hilfe annehmen (sachbezogen) Þ Arbeit kontrollieren lassen, Arbeit kontrollieren
Definition: soziales Lernen (KELLER/HAFNER, 2003): Soziales Lernen resultiert aus der absichtlichen, gezielten Förderung des Sozialverhaltens durch die Erziehung (Sozialerziehung), zum anderen aber auch aus dem täglichen Beobachtungs- und Nachahmungslernen. Man versteht darunter
- die Aneignung sozialer Verhaltensweisen und Fertigkeiten,
- die Bildung sozialer Einstellungen und Werthaltungen,
- die Übernahme sozialer Rollen.
Kooperation gestaltet sich als sozialer Prozess. Im Rahmen einer Gruppe wird ein gemeinsam anerkanntes Ziel durch planmäßige Interaktion /Kommunikation angestrebt. Durch das gemeinsame Interesse (Sache) und das gemeinsame Ziel besteht die Notwendigkeit der Kooperation.
Erscheinungsformen der Kooperation:
- Kooperation führt arbeitsteilige Leistungen zu einer Gesamtleistung zusammen,
- Kooperation ermöglicht gegenseitige Anregung,
- Kooperation kann zu gegenseitiger Hilfe führen,
- Kooperation kann ermutigen.
Drei Feststellungen:
- Kooperation ist erlernbar.
- Das Erlernen kooperativen Verhaltens ist altersabhängig.
- Kooperation kann nur in Gruppen erlernt werden.
Im Hinblick auf ein Förderprogramm zur Kooperationsfähigkeit sind drei unterschiedliche Einflussgrößen zu beachten:
- Persönlichkeitsfaktoren
- Aufgabenfaktoren
c) Gruppenfaktoren
(vgl. Hilscher, Hans: Zusammenarbeit fördern. In: Hilscher, Hans: Du und ich - ihr und wir. Agentur Dieck, Heinsberg 1987)
Teilkompetenzen
Auf Seite der Experten:
- Interessen und Wünsche Anderer wahrnehmen
- auf Anfragen richtige Auskunft geben
- verantwortungsbewusst gegenüber fremden und eigenen Sachen sein
- Informationen richtig weitergeben
- Hilfsbereit sein
- bei Fehlern anderer nachsichtig sein
- Durch rücksichtsvolles Verhalten die Freiräume der Mitschüler erweitern
- Nicht nachtragend sein
- übernommene Aufgaben durchhalten
- Verantwortung übernehmen
Auf Seite der Arbeiter:
- Sich an Vereinbarungen halten
- Kritik und Argumenten zugänglich sein und akzeptieren
- Eigenes Verhalten kontrollieren können und lassen
- Auf Argumente eingehen
- Kompromissbereit sein
- Anregungen aufnehmen und umsetzen
- Informationen einholen können
- nicht ständig auf Hilfe anderer angewiesen zu sein
- Notwendigkeit von Hilfen erkennen und einholen
- eigene Arbeit kontrollieren und bewerten lassen
- Regeln aufstellen und einhalten
- Eigene Grenzen erkennen
Begründung
- kooperatives Handeln hat eine Bedeutung für das alltägliche Leben
Þ in allen Lebensbereichen werden die Fähigkeit und die Bereitschaft verlangt, auf andere einzugehen, mit ihnen zusammenzuarbeiten, ihnen helfend zur Seite zu stehen bzw. sich helfen zu lassen
- Schüler brauchen ein Bewusstsein für ihr kooperatives Handeln, ihnen müssen die Regeln und Vereinbarung der Arbeit in Gruppen eingängig sein um danach zu handlen
· gegenwärtige Bedeutung
- einander helfen als wichtige Teilvoraussetzung gemeinsamen Handelns (innerhalb von Gruppenarbeit)
- kooperatives Verhalten als Voraussetzung für gemeinsames Arbeiten im Unterricht
- Steigerung des Selbstwertgefühls durch Erfahrung Hilfe leisten zu können
- Steigerung der Selbsteinschätzung, durch Erfahrung an Grenzen zu stoßen und Hilfe einzufordern
· zukünftige Bedeutung
- kooperatives Verhalten als Schlüsselqualifikation für das Berufsleben
- Erhöhung von Selbsttätigkeit und Selbstständigkeit
- Anstieg der Lerneffizienz insgesamt
- Höhere Schüleraktivität
Richtlinienbezug
... Besonderer Förderung bedürfen soziale Fähigkeiten, wie z.B. Aufgeschlossenheit für andere, Fähigkeit zur Verständigung, Zusammenarbeit und Kompromissbereitschaft, sowie zur angemessenen Vertretung eigener Interessen, Umgang mit Regeln u. a. ...
...Von Beginn der Schulzeit an lernen die Schüler gemeinsam zu arbeiten und sich in sozialen Bezügen Zurechtzufinden. Ein Unterricht, der durch partnerschaftliche gruppenunterrichtliche Arbeit gekennzeichnet ist, fördert die Gesprächsbereitschaft und kooperatives Verhalten
Zusammenhang zwischen fachlichem Inhalt und FöB im Förderschwerpunkt
- Seide als Kulturgut des Menschen erfährt eine gemeinsame Wertschätzung
- Seide bietet eine gute Fläche bzw. Oberfläche zur gemeinsamen Arbeit
- Seidenmalerei als Technik bietet zur Erarbeitung die Vermittlung und Hilfestellung cer Schüler untereinander an.
Methodische Entscheidungen
Einstieg: Einstimmung in das Thema durch die Materialien Motivation durch Vormachen der Technik Stummer Impuls Þ eigenständiges Erfassen des Stundenthemas im Fach/Zieltransparenz Þ Überleitung zur Erarbeitung
Erarbeitung: Visualisierung der Regeln anhand der Bilder, Erklärung der Regeln Erklärung der Anwendungsschritte durch die Experten dient der besseren Verdeutlichung => visuelle Gedächtnisstütze Þ Schülern soll Aufgabenstellung deutlich sein => Verdeutlichung der Kriterien im Fach für die Reflexion Durchführung: Bereitstellung der Materialien an jedem Gruppentisch, um Konflikte zu vermeiden und Zeit zu sparen Visualisierung der Anwendungsschritte dient den Schülern als Gedächtnisstütze Abhaken als eine Möglichkeit zur Orientierung bei den Arbeitsschritten
Reflexion: Visualisierung der Regelbögen für die Einhaltung der Regeln Experten und Arbeiter sollen Rückmeldung über die Einschätzung geben Kriterien fürs Seidenstück werden wiederholt Þ jeder Schüler soll überlegen, ob er sie eingehalten hat, gut sichtbar für jeden Schüler durch die Arbeitsschritte Einordnung der Seidenstücke nach beispielhafter und weniger beispielhafter Umsetzung => Wichtigkeit der Einhaltung der Arbeitschritte erkennen, um ein gutes Ergebnis zu erlangen Übergeordnete methodische Entscheidungen
- Medienwechsel in der Erarbeitung dient der Förderung der Aufmerksamkeit.
- Einzelarbeit ist wichtig für die Einhaltung der Arbeitschritte, da die Schüler in unterschiedlichem Tempo arbeiten
- Handlungsorientierter Unterricht fördert die Lernorganisation und Selbständigkeit, da die positive Rückmeldung schnell erfolgt.
Begründungszusammenhang zur 2. unterrichtspraktischen Prüfung
Zielschwerpunkt im Fach
Analyse und Definition
Beim Fadenspannen werden zwei Punkte, die durch Nadeln, Nägel bzw. als Einstichpunkte markiert wurden, durch einen Faden verbunden. Durch das wiederholte Verbinden von zwei Punkten entstehen Formen. Das Fadenlegen zählt zu den flächengestaltenden Werkverfahren. Durch die Wickeltechnik entstehen Flächen oder Formen.
Begründung
Alle Fadentechniken laufen unter dem Thema Tiere, da die Schüler zurzeit das Thema Tiere zur Herbstzeit im Wald behandeln. Die Schüler sollen beim Herstellen von Pompons merken, dass sie für die Herstellung nur wenige Materialien benötigen. Demnach können sie Pompons auch zu Hause anfertigen. Beim Fadenlegen sollen die Schüler erkennen, dass der Faden einen kurvigen Verlauf hat. Je nach Rohstoffart beschreibt der Faden engere und weitere Kurven. Das Bilden von spitzen Zacken lässt er nicht zu, er springt in seinen natürlichen Verlauf zurück. Auch schwächere Schüler kommen bei dieser Technik zu einem ansprechenden Ergebnis. Die Schüler sollen feststellen, dass auch Garnreste weiterverwendet werden können. Durch die Wickeltechnik, das Fadenlegen und das Fadenspannen werden die Feinmotorik, das Konzentrationsvermögen und die Kreativität der Schüler geschult. Der Kostenaufwand für alle drei Verfahren ist sehr gering.
Richtlinienbezug
Lernstufe 1-4 => S. 11 => Die ästhetische Wirkungen => Mit…. Fäden…. Materialgerecht thematisch gestalten => S.12 => Die elementaren Verarbeitungsverfahren und Zweckbestimmungen => Garne u.a. ….wickeln
Lernstufe 5 => S. 23 => Das Herstellen textiler Strukturen => das Sticken => Faden spannen
Didaktische Reduktion
- In jeder Unterrichtseinheit wird nur ein Verfahren angewendet.
- Die Schüler erhalten dünnes reißfestes Garn und dicke Nadeln.
- Es werden relativ leichte und für die Schüler ansprechende Motive ausgewählt.
- Die Fäden sind nicht allzu lang, damit sie sich nicht verknoten.
Zielschwerpunkt im Förderbereich
Analyse und Definition
- Selbstständigkeit ist zentrale Aufgabe von Schule Þ KLIPPERT: Selbstständigkeit durch Selbsttätigkeit fordern und fördern
- Folge: Erlangen der Methodenkompetenz ist wichtig, um Hilfen zunehmend abzubauen und so selbsttätig zu werden Þ Selbsttätigkeit als Mittel zur Selbstständigkeit (Meyer)
- Selbstständigkeit ist „ein Verhalten, bei dem die handelnde Person kaum oder nur in geringem Maße auf die Hilfe anderer angewiesen ist...“ (Ziechmann, 1988)
Teilkompetenzen
SCHIMPKE unterscheidet 4 Teilkompetenzen der Selbstständigkeit:
- Selbstständige Zielentnahme/Methodenantizipation: Erfassen und Strukturieren einzelner Handlungsschritte
- Methodenkompetenz : das selbstständige Ausführen von Handlungsschritten sowie die Orientierung mittels Orientierungshilfen
- soziale, emotionale Kompetenz: umfasst die Einforderung notwendiger Hilfen sowie die Fertigstellung einer Aufgabe
- Reflexionsfähigkeit als Selbstständigkeit, ermöglicht es, das Erreichen eines Ziels zu überprüfen und die eigene Arbeit wertschätzend zu betrachten
- Grenzen sind fließend, d.h. Förderung einer einzelnen Teilkompetenz kann nur schwer erfolgen
- Aber Schwerpunktsetzungen sind möglich: Schüler sollen ihre Methodenkompetenz erweitern indem sie selbstständig Arbeitsschritte erfassen, strukturieren und ausführen und nur bei Bedarf Hilfe einfordern.
Begründung
- Der Hilfebedarf der Schüler wird von vielen nicht realisiert. Die Schüler fordern zu schnell die Hilfe des Lehrers ein.
- Zu Beginn der Reihe haben die Schüler gelernt mit Arbeitsplänen zu arbeiten. Ab Mitte der Reihe wird nun die Selbstständigkeit der Schüler weiter ausgebaut, indem die Schüler lernen sollen, wann die Einforderung von Hilfe notwendig wird und ob diese dann vom Lehrer oder vom Mitschüler einzuholen ist.
- Durch die Hilfeampel sollen die Schüler lernen, Hilfe leise einfordern, damit die Mitschüler ungestört weiterarbeiten können.
gegenwärtige Bedeutung
- “Nichts motiviert mehr zum Weiterlernen als Erfolg” (Claussen).
- Falls die Fähigkeit, schriftliche Aufgaben strukturiert zu bearbeiten, erlangt wird, erhöht sich auch die Qualität der Arbeitsergebnisse.
- Die Schüler werden langsam dahin geführt, eine Bereitschaft zum eigenständigen und eigenverantwortlichen Lernen und Handeln zu entwickeln, dies macht sie von Hilfen des Lehrers unabhängiger und stärkt das Selbstwertgefühl und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Dies kann sich positiv auf das Klassenklima auswirken. Es kann aber wiederum auch den Schüler aktivieren, Neues zu lernen, zu entdecken oder nachzufragen. Er kann effektiver lernen.
- Eine Strategie, die mit verschiedenen Strukturierungshilfen (z. B.Strukturierungshilfen bei den Arbeitsschritten, strukturierte Schritte beim Stufenplan ) ausgestattet ist, bietet dem Schüler einen Rahmen, der ihm Sicherheit verleiht.
zukünftige Bedeutung
- größtmögliche Selbstständigkeit als Voraussetzung zur Lebensbewältigung und Aufnahme einer Arbeitstätigkeit
- Jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens seine für ihn persönliche Strategie entwickeln, die ihm dabei hilft, Dinge zu bearbeiten, zu sortieren usw. Die Schüler haben die Möglichkeit, diese ihnen vorgeschlagene Strategie zu übernehmen oder sie eben für sich zu verändern.
- Im Alltag wie auch im weiteren Schulleben können sie qualitativ wie auch quantitativ verbesserte Arbeitsprodukte herstellen bzw. Lernaufgaben bearbeiten.
- Schüler sollen lernen, dass Hilfe holen nicht immer notwendig ist, sondern dass sie es auch selber schaffen können.
Richtlinienbezug
- In der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen wird angestrebt, die Schüler zur Selbstständigkeit und Verantwortung zu führen und damit zu befähigen, sowohl persönliche Belange wahrzunehmen als auch am öffentlichen Leben teilzunehmen.
- Schüler zu handlungsfähigen, selbstständigen und eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu entwickeln (KMK, S.3).
- Durch erfolgreiches Lernen werden das Selbstvertrauen gestärkt und die Anstrengungsbereitschaft angeregt (KMK, S. 6).
Zusammenhang zwischen fachlichem Inhalt und FöB im Förderschwerpunkt
Fäden spannen ist Arbeit nach Arbeitsschritten und verlangt daher nach Strukturierung. Fäden spannen kann als symbolischer Akt der gegenseitigen Hilfestellung verstanden werden: ein Faden von einem zum anderen spannen
Methodische Entscheidungen
Einstieg: Motivation der Schüler durch das Spinnennetzspiel Einstimmung in das Thema der Stunde Þ eigenständiges Erfassen des Stundenthemas im Fach und Förderbereich Förderbereich Þ Überleitung zur Erarbeitung
Erarbeitung: Anbringen des Satz an die Tafel mit Hilfe der Mitschüler => Zieltransparenz im Förderbereich Karten auf Treppe des Stufenplans einsortieren, dient der Verinnerlichung => Kriterium für Reflexion wird deutlich Durchführung: Bereitstellung des Materials, um Konflikte zu vermeiden und Zeit zu sparen Visualisierung der Anwendungsschritte dient den Schülern als Gedächtnisstütze Abharken als eine Möglichkeit zur Orientierung bei dem Stufenplan
Reflexion: Spinnennetze werden auf Vollständigkeit überprüft, um Wichtigkeit der Einhaltung der Reihenfolge der Arbeitsschritte zu verdeutlichen Ergebnissicherung dient den Schülern als Anregungspool für die kommenden Einheiten Schüler sollen Hilfebedarf mit Hilfe des Thermometers einschätzen
Übergeordnete methodische Entscheidungen
- Medienwechsel in der Erarbeitung dient der Förderung der Aufmerksamkeit.
- Einzelarbeit ist wichtig für die Einhaltung der Arbeitschritte, da die Schüler in unterschiedlichem Tempo arbeiten
- Handlungsorientierter Unterricht fördert die Lernorganisation und Selbständigkeit, da die positive Rückmeldung schnell erfolgt.
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